Mach mal Pause! Beim Schienbeinkantensyndrom ist das ein ernstzunehmender Rat. Die Knochenhaut (Periost) des Schienbeins ist fest mit dem Knochen verbunden und enthält neben Blut- und Lymphgefässen viele Nerven, weshalb sie sehr schmerzempfindlich reagieren kann. Erhöht sich aus welchem Grund auch immer die Zugkraft an der Knochenhaut, kann es zur Entzündung mit oft massiven Nervenschmerzen und erkennbaren Schwellungen kommen.

Gründe für eine Knochenhautreizung:

  • Überlastung durch einseitiges, zu umfangreiches oder zu intensives Training, abrupte Steigerung der Belastung oder übermässiges Bergablaufen
  • Falsche Bewegungsabläufe
  • Training auf hartem Bodenbelag
  • Wechsel der Lauftechnik
  • Übermüdete Muskulatur
  • Schuh- oder Einlagenwechsel
  • Schwäche am Fussgewölbe (Plattfuss oder Knick-Senkfuss)

Das wird dir helfen.

Schmerzen sind ein Warnsignal, das du unbedingt beachten solltest. Lege eine Laufpause ein, damit deine Knochenhautentzündung nicht chronisch wird. Da sich die erzwungene Laufpause über Wochen erstrecken kann, bietet sich als Alternative das Herz-Kreislauf-fördernde Schwimmen an.

Kurzfristige Hilfe.

Bei den ersten massiven Schmerzen hilft oft ein sogenannter "Hot-Ice-Druckverband“. Hierfür legst du eine Kompressionsbinde mit Eiswürfeln in eine Schüssel. Sobald die Eiswürfel geschmolzen sind, hat das Wasser die richtige Temperatur und du kannst die kühlende Bandage ums Schienbein wickeln.

Langfristige Massnahmen.

Am besten gehst du die oben genannten Gründe für eine Knochenhautentzündung systematisch durch und stellst sie gegebenenfalls ab. Zudem können anti-entzündliche Salben oder auf ärztliche Empfehlung auch Medikamente eingesetzt werden. Physiotherapeutische Periostmassagen sowie Elektrotherapie und Akupunktur unterstützen den Heilungsprozess ebenfalls.
Wenn du dann wieder schmerzfrei Joggen kannst, solltest du die Intensität und den Umfang langsam steigern.