Vielleicht wird man den wirklichen Grund für das Entstehen von Seitenstechen nie finden. Diskutiert wird derzeit, ob eine Irritation der Nerven in den Zwischenrippen verantwortlich sein könnte. Diese könnte durch die kontinuierliche Bewegung des Brustkorbs ausgelöst werden. Zudem könnte die Ausdehnung des Zwerchfells beim angestrengten Atmen die schmerzende Reaktion begünstigen. Der zusätzliche Sauerstoffmangel würde dann zu den bekannten krampfartigen Schmerzen im Oberbauch führen.

Die These von der Nervenirritation wird von einer Studie aus Australien gestützt. Demnach macht die Haltung beim Laufen den Unterschied. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diejenigen Läuferinnen und Läufer, die gebeugt laufen, häufiger zu Seitenstechen neigen. Je schlechter die allgemeine Körperhaltung der Probanden, desto heftiger und schmerzvoller waren die Stiche, die sie bei sportlichen Aktivitäten bekamen.

Eine weitere Erklärung könnte sein, dass vor allem bei Laufanfängern die Nervenbahnen am Rücken überreizt werden und somit die Schmerzen ausgelöst werden. Ein anderer, dass eine gekrümmte Haltung den Druck auf die Bauchhöhle erhöht, sodass durch die Reibung das schmerzhafte Stechen entsteht. Was auch immer die Ursache ist, es gibt Abhilfe.

Vorbeugen

  • Vor dem Training schwere Mahlzeiten vermeiden und auf leichte Kost und Snacks setzen. So wird der Druck auf die Bauchhöhle gemindert und die Reibung lässt nach.
  • Die Belastung beim Training nur langsam steigern. Damit wird die Atmung langsam an die Körperbelastung herangeführt und das Seitenstechen kann vermieden werden.
  • Rhythmisch atmen – für Läufer heisst das: gleich viele Schritte beim Einatmen wie beim Ausatmen machen.

Soforthilfe

  • Falls der Schmerz doch einmal in die Seite sticht: das Lauftempo drosseln.
  • Tief und regelmässig in den Bauch atmen.
  • Beim Gehen die Arme hochnehmen oder sich die Hände auf die schmerzende Stelle pressen. Beim Ausatmen dann den Druck lösen und den Oberkörper leicht nach vorne beugen.